SBCT関係論文翻訳
1999年10月AUSAの昼食会にて時の米陸軍参謀長エリック=シンセキ大将は演説を行った。陸軍の変革・再編・革新の道程標となる出来事であった。
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独逸語 HS-30 など連邦軍の初期の兵員装甲車の歴史

Militargeschichte ・ Zeitschrift fur historische Bildung ・ Ausgabe 3/2004 12
Schutzenpanzer HS 30
Am 5. Mai 1955 �also vor fast
genau 50 Jahren �wurde mit dem Inkrafttreten der sogenannten Pariser Vertrage die Bundesrepublik
Deutschland Teil der NATO. Insbesondere die Vereinigten Staaten hatten seit 1950 auf eine bundesdeutsche
Beteiligung an den Verteidigungsbemuhungen der westlichen Demokratien in Mitteleuropa gedrangt. Nicht
nur die geopolitische Lage der Bundesrepublik entlang des Eisernen Vorhanges, sondern auch die Aussicht auf rund 500000 deutsche Soldaten zur konventionellen Verteidigung waren
hierfur ausschlaggebend. Die politisch Verantwortlichen in Washington hatten
wahrend des Zweiten Weltkriegs gro-sen Respekt vor der Kampfstarke und
Disziplin der deutschen Soldaten ge-wonnen. Daruber hinaus sollte die konventionelle
Verteidigung Westeuropas spatestens �so die Vorstellung der
Regierung Truman �ab 1953 masgeblich durch die Europaer selbst sichergestellt
werden. Die USA wollten sich in der Hauptsache auf die atomare
Abschreckung konzentrieren. Folglich verlangte Washington von Bonn als
Preis fur den NATO-Beitritt eine sehr schnelle Aufrustung. Bis Ende 1959
sollten die zwolf aufzustellenden westdeutschen Divisionen dem Bundnis
unterstellt werden. Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) stimmte
dieser Forderung zu, obwohl er genau wusste, dass dies einen schnelleren
Aufbau notig machen wurde, als ihn die Wehrmacht von 1935 bis 1939 unter
wesentlich gunstigeren Voraussetzungen geleistet hatte.
Ausgehend von einer konventionellen Verteidigung Mitteleuropas kamen
die militarischen Berater des ersten Verteidigungsministers der Bundesrepublik
Deutschland, Theodor Blank (CDU), zu dem Schluss, dass es im
Falle einer kriegerischen Auseinandersetzung zu einer grosen Panzerschlacht
in der norddeutschen Tiefebene kommen wurde. Fur diese Auseinandersetzung
brauchte man eine grose Anzahl gepanzerter Fahrzeuge. Kampf- und
Kanonenjagdpanzer, Flugabwehr- und Aufklarungspanzer sowie Gefechtsstandfahrzeuge
und naturlich Schutzenpanzer. Auf der Grundlage der
Erfahrungen wahrend des Zweiten Weltkrieges an der Ostfront, hatte die
militarische Spitze im Bundesministerium fur Verteidigung (BMVg) sehr
genaue Vorstellungen von dem, was der zukunftige Schutzenpanzer der
Bundeswehr alles konnen sollte. Nur leider gab es zu diesem Zeitpunkt weltweit
noch nicht einen Schutzenpanzer mit der gewunschten Ausstattung. Das
einzige Fahrzeug, das den Vorstellungen der bundesdeutschen Planern
nahe kam, war der franzosische AMX 13-VTP. Dieser erschien aber den
Beschaffungsreferaten im BMVg mit einem Stuckpreis von umgerechnet
250000 DM zu teuer. Uber diese hauptsachlich militarischen
Aspekte hinaus gab es noch andere wichtige Faktoren, die die
Beschaffung von Rustungsgutern insbesondere in der Aufbauphase der
Bundeswehr beeinflussten. Mitte der funfziger Jahre befand sich die westdeutsche
Wirtschaft in einer Phase der Hochkonjunktur und die Unternehmen
hatten wenig Interesse an Rustungsauftragen. Dies lag zum einen
an den hohen Entwicklungskosten fur militarisches Gerat, die ublicherweise
nur bedingt durch den Auftraggeber gezahlt wurden, zum anderen an den
�u.a. aufgrund des bundesdeutschen Rustungsguterexportverbotes �fehlenden
internationalen Folgeauftragen. Insgesamt also ein unsicheres Geschaft,
auf das sich nur wenige Unternehmen in einer Phase voller Auftragsbucher
einlassen wollten. Dieses mangelnde Interesse an Rustungsauftragen
in der deutschen Industrie eroffnete der Bundesregierung die
Moglichkeit fur Kompensationsgeschafte mit den bisherigen Schutzmachten
Frankreich und Grosbritannien, deren Volkswirtschaften sich in
einer tiefen Rezession befanden. In Frankreich wurde u.a. der Schutzenpanzer,
kurz ≫Hotchkiss≪ bestellt. In Grosbritannien hingegen sollte der
Kampfpanzer ≫Centurion≪ geordert werden. Diesem Geschaft kamen aber
die Amerikaner zuvor. Sie stellten der jungen Bundeswehr im Rahmen
einer sehr kostengunstigen Militarhilfe u.a. die Kampfpanzer M-41 und M-47
kostenfrei zur Verfugung. Dementsprechend mussten im Verteidigungsministerium
neue Uberlegungen angestellt werden, wie die britische Industrie
an der Aufrustung der Bundeswehr beteiligt werden konnte. Eine Losung
fur dieses Problem bahnte sich an, als die Schweizer Hispano Suiza Gruppe
dem BMVg 1955 einen Schutzenpanzer anbot, der in Grosbritannien bei
einer bis dahin nicht sehr bekannten Firma namens British MARC gefertigt
werden sollte. Aber nicht nur die Moglichkeit diesen
Panzer in Grosbritannien fertigen lassen zu konnen und der Zeitdruck
durch die Zusagen der Bundesregierung an die NATO, sondern auch der
vorgeblich niedrige Anschaffungspreis von ca. 170 000 DM wie auch die Ausstattung
des Fahrzeuges, die den Wunschen der bundesdeutschen Beschaffer
entsprach, fuhrten zu einer schnellen �und wie sich spater herausstellen
sollte �ubersturzten Entscheidung fur den so genannten Schutzenpanzer,
lang Hispano Suiza HS 30, fur die Panzergrenadiertruppe der Bundeswehr.
Der Schutzenpanzer
HS 30
Dichtung und Wahrheit
Militargeschichte ・ Zeitschrift fur historische Bildung ・ Ausgabe 3/2004 13
Der Preis fur das Fahrzeug war von groser Bedeutung, da aufgrund der
panzergrenadierstarken Struktur der Bundeswehr nicht weniger als 10680
Schutzenpanzer angeschafft werden sollten. Dementsprechend lag der veranschlagte
Beschaffungspreis bei ungefahr zwei Milliarden DM. Der jahrliche
Verteidigungsetat betrug aufgrund der okonomischen Rahmenbedingungen
und Vorgabe des rigiden Finanzministers Fritz Schaffer (CSU) nur konstante
neun Milliarden DM. Bei einer Investitionsquote von geschatzten 30%
des Verteidigungsetats hatte diese einzelne Beschaffung fast den gesamten
Rustungsetat eines kompletten Jahres verbraucht. Das BMVg musste
in den funfziger Jahren aber nicht nur Gefechtsfahrzeuge fur die Kampftruppe
beschaffen, sondern samtliche Ausrustungsgegenstande, die Soldaten
fur die Erfullung ihrer Aufgaben benotigen. Zudem mussten Kasernen, Flughafen
gebaut und sonstige Infrastruktur renoviert oder ganzlich neu geschaffen
sowie Kleinfahrzeuge, Transportfahrzeuge, Fernmeldegerat, Kleinwaffen
etc. angeschafft werden. Um mit dem vorhandenen Budget so viel wie
moglich beschaffen zu konnen, war es daher dringend notwendig, das entsprechende
Gerat so kostengunstig wie moglich zu erwerben.
Den Beschaffern des BMVg bot sich folgendes Bild: weltweit gab es in der
Nachkriegszeit noch keinen Markt fur Schutzenpanzer. Die Fahrzeuge der
Amerikaner und Briten waren bereits uber zehn Jahre alt und entsprachen in
der Technik dem Stand der dreisiger Jahre. Der franzosische AMX 13-VTP
war den Verantwortlichen im BMVg zu teuer. Der von der Ford Motor Corporation
fur die US-Streitkrafte neu entwickelte Schutzenpanzer M 59 entsprach
aufgrund seines hohen Gewichts und 2,40m hohen Aufbauten nicht den
Vorstellungen der bundesdeutschen Planer.
Im Herbst 1955 stellte Grosbritannien der Bundeswehr zunachst einmal 500
veraltete ≫Bren-Carrier≪ zu je 4000 DM zur Verfugung. Mit diesem Fahrzeug
konnten vorubergehend die Einsatzverfahren der Panzergrenadiertruppe
geubt werden. Der zukunftige Standard-Schutzenpanzer sollte aber nach
den Vorstellung der Bundeswehrfuhrung folgende entscheidende Merkmale
haben:
4 volle Gelandegangigkeit und Vollkette;
4 kraftschlussiges, stufenloses Getriebe bei mindestens 20 PS pro to Gewicht;
4 Rundumpanzerung mit zweiflugeligem Heck, bei einer max. Hohe von 160 cm ohne Geschutzturm;
4 Platz fur 10 Mann Besatzung sowie eine 20mm Bordkanone und eine Vernebelungseinrichtung.


Aus heutiger Sicht verwundert es naturlich, dass dies genau die Anforderungen
waren, die Hispano Suiza wahrend eines ersten Gesprachs mit
dem BMVg fur seinen neu entwickelten Schutzenpanzer HS 30 angab. Vermutlich
hatte das Schweizer Unternehmen uber Informanten die Daten zum
Anforderungsprofil im Vorfeld erfahren und nutzte dies nun in den Verhandlungen
aus. Bevor der eigentliche Beschaffungsvorgang naher beschrieben
wird, sollen zunachst noch ein paar Fakten uber den heutzutage eher
unbekannten Herstellers des ersten Schutzenpanzers fur die Panzergrenadiertruppe
der Bundeswehr angefuhrt werden.

Schutzenpanzer HS 30 Der Hersteller
Die im Sommer des Jahres 1904 von dem Schweizer Motoreningenieur Mark
Birkigt gegrundete Aktiengesellschaft stellte anfangs Motorrader, dann 1910
erste Personenkraftwagen her. In den ersten Jahren seines Bestehens besas
das Unternehmen eine Produktionsstatte im spanischen Barcelona und
eine im schweizerischen Genf. Hieraus entstand der Firmenname: Hispano
Suiza. Wahrend des Ersten Weltkriegs hielt sich Hispano Suiza mit
dem Bau von Motoren fur franzosische Kampfflugzeuge und der Produktion
einfacher Lastwagen fur die franzosische Armee uber Wasser. Der erste Versuch,
sich im Bereich der Rustungsguterproduktion mit Nachdruck zu etablieren,
scheiterte 1921 klaglich mit dem Bau eines unformigen Panzerwagens
fur die franzosische Armee. Weltbekannt wurde der Schweizer Motorenbauer
dann ab Mitte der zwanziger Jahre mit dem Bau von Luxusautomobilen.
Hispano Suiza war mit seinen Modellen, so z.B. 1930 mit dem ersten
6-Zylinder-Pkw und 6500 ccm starken H 6 B in dieser Zeit der Hauptkonkurrent
von Rolls-Royce und des deutschen Unternehmens Maybach.
Nach Ende des Zweiten Weltkrieges war der Markt fur Luxuskarossen
vollkommen weggebrochen. Hispano Suiza musste sich, wenn das Unternehmen
uberleben wollte, ein neues Betatigungsfeld suchen. In dieser Situation
kam der Geschaftsfuhrung zugute, dass das Unternehmen wahrend der
dreisiger Jahre Nachbaurechte fur eine 5 Bundeskanzler Adenauer und Verteidigungs-
minister Straus vor einem Holzmodell des Schutzenpanzers HS 30 auf dem Truppenu-bungsplatz Bergen-Hohne,
25. September 1958 5 Schutzenpanzer HS 30
BWB WTS
Militargeschichte ・ Zeitschrift fur historische Bildung ・ Ausgabe 3/2004 14
Schutzenpanzer HS 30
bevorzugt Firmen Auftrage erhielten, die durch ehemalige Offiziere aus den
Beschaffungsamtern der Wehrmacht vertreten wurden. Diesen Sachverhalt
wiederum machten sich einige Firmen zu nutze, um am Aufbau der Bundeswehr
gewinnbringend partizipieren zu konnen.

Der Beschaffungsvorgang
Hispano Suiza hatte verschiedene Hebel, mit denen das Unternehmen
ins Geschaft mit der Bundesrepublik kommen konnte. Einerseits die Produktionsstatten
in Grosbritannien, in denen der HS 30 gefertigt werden
sollte. Bonn hatte damit das Problem der Kompensation des gescheiterten
Centurion-Geschaftes losen konnen. Zudem hatten die Genfer gute Kontakte
zu Hanomag und Henschel aufgebaut und diesen ehemaligen deutschen
≫Panzerschmieden≪ fur den zukunftigen bundesdeutschen Schutzenpanzer
bereits Nachbaurechte angeboten. Genau das lag im Interesse des
BMVg, denn mittelfristig sollten deutsche Ingenieure Kompetenzen im Waffenbau
erhalten. Forciert wurde das Geschaft zudem durch das sehr aggressive
Verhalten der deutschen Lobbyisten fur die Schweizer Aktiengesellschaft.
Sie trieben das Geschaft ohne Skrupel voran und informierten die
Genfer Zentrale stets uber rustungspolitische Entwicklungen in Bonn.
Wie bereits geschildert brauchte die junge Bundeswehr so schnell wie moglich
eine grose Anzahl, kostengunstiger, aber trotzdem ≫eierlegender Wollmilchsaue
≪ in Form von Schutzenpanzern, die den Vorstellungen der fur
den Aufbau der Panzergrenadiertruppe Verantwortlichen im Bonner Verteidigungsministerium
entsprachen. Genau solch ein Fahrzeug behauptete Hispano
Suiza liefern zu konnen, obwohl das Unternehmen noch keine Erfahrung
im Panzerbau besas. Es sei ihnen sogar moglich, einen Schutzenpanzer
billiger und effizienter zu bauen, als alle anderen am Markt befindlichen,
seit Jahrzehnten im Panzerbau erfahrenen Anbieter. Noch bemerkenswerter
ist aber, dass die Verantwortlichen im BMVg dies tatsachlich geglaubt haben.
Bereits im Mai 1956 wurde Hispano Suiza ein Entwicklungsauftrag erteilt,
obwohl das Unternehmen zu diesem Zeitpunkt nur unvollstandige Konstruktionszeichnungen
und vage Versprechungen vorweisen konnte. Umso
mehr verwundert es, dass in den folgenden Monaten schnell nacheinander
entscheidende Vertrage abgeschlossen wurden, die das BMVg fur die nachsten
Jahre beim Schutzenpanzerkauf an die Schweizer ≫Mochtegern-Panzerbauer≪
banden. Damit begann der nicht enden wollende Arger mit Hispano Suiza.
Bereits wenige Wochen nach der Unterzeichnung der ersten Vertrage
zeigte Hispano Suiza sehr deutlich seine wahren Absichten bei dem
Geschaft mit dem deutschen Verteidigungsministerium. Es ging den Schweizern
einzig darum, mit dem geringst moglichen Aufwand einen maximalen
Gewinn zu erzielen. Offensichtlich nicht an Folgeauftragen der Bonner
Rustungsabteilungen interessiert, setzten sie alles daran, die geschlossenen
Vertrage weitestgehend zu eigenen Gunsten auszulegen. Dabei half ihnen
stets das Geflecht von Abhangigkeiten auf der Seite des Auftraggebers. Die
Bundeswehr musste so schnell wie moglich aufgerustet werden, das Geld
sollte in Grosbritannien ausgegeben werden, es gab keine den bundesdeutschen
Anforderungen entsprechenden Schutzenpanzer am Markt
und am schlimmsten fur das BMVg: Die geschlossenen Vertrage liesen nur
einen sehr teuren Ausstieg zu. Im Laufe des Jahres 1957 veranderte
sich dann die Situation grundlegend. Franz-Josef Straus (CSU) hatte im
Herbst 1956 das Verteidigungsministerium ubernommen und den Charakter
der Aufrustung der Bundeswehr umgewandelt: Statt der von der NATO
geforderten schnellen, rein quantitativen Aufrustung der westdeutschen
Streitkrafte, wollte Straus eine ≫Qualitatsarmee ≪ schaffen. Sein Ziel war
20-mm-Kanone der deutschen Firma Rheinmetall erworben hatte. Dies wurden
nun als Chance gesehen, daraus Kapital aus der Aufstellung der bundesdeutschen
Streitkrafte zu schlagen. Die Schweizer waren jedoch nicht die
einzigen Interessenten. Viele Firmen weltweit wollten an dem Milliardenumsatz
zu partizipieren. Da die Geschafte mit dem Bau von Luxuskarossen
immer noch nicht angelaufen, die meisten vorhandenen Patente veraltet
und Kapital bzw. externe Geldgeber fur grose, dringend notwendige
Investitionen nicht vorhanden waren, glaubte die kaufmannische Leitung des
Genfer Unternehmens mit wahrend des Zweiten Weltkrieges erworbenen
zusatzlichen Lizenzen gute Geschafte machen zu konnen.
Wie der erste Kontakt zwischen der Hispano Suiza-Gruppe und dem bundesdeutschen
Verteidigungsministerium zustande gekommen ist, lasst sich
heute nicht mehr genau nachvollziehen. Es ist sehr wahrscheinlich, dass
es sich um Beziehungen des NS-deutschen Geheimdienstes aus dem Zweiten
Weltkrieg uber Liechtenstein in die Schweiz gehandelt hat. Weiter forciert
wurde dieser Kontakt dann insbesondere durch ehemalige Offiziere, die im
Heereswaffenamt der Wehrmacht tatig gewesen waren. Diese gingen nun in
den Rustungsabteilungen des BMVg entweder als Lobbyisten, respektive
Berater, ein und aus �oder waren dort sogar in verantwortlicher Position
tatig. Sie nutzten ihre ehemalige Stellung, ihre Beziehungen und ihr Fachwissen,
um die Produkte der von ihnen vertretenen Unternehmen mit Nachdruck
den Verantwortlichen im Verteidigungsministerium anzubieten. Diese
Beziehungen fuhrten dazu, dass insbesondere bei der Beschaffung von Ausrustungsgegenstanden
fur das Heer 5 Schutzenpanzer AMX-13 5 Schutzenpanzer Bren Carrier
BWB WTS
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Militargeschichte ・ Zeitschrift fur historische Bildung ・ Ausgabe 3/2004 15
es, die jungen bundesdeutschen Streitkrafte mit dem besten und modernsten
militarischen Gerat auszurusten. Im Rahmen der Veranderungen sties
er auf die Vertrage mit der Hispano Suiza-Gruppe. Der neue Verteidigungsminister
reagierte verargert auf das Geschaftsgebaren der Schweizer. Wiederholt
brachte er dies zum Ausdruck. Endgultig platzte Straus der Kragen
im Sommer 1958, als er bei einer Besprechung mit der Firmenleitung
von Hispano Suiza erlautert bekam, dass der Konzern die Garantie fur alle
mit dem Fahrzeug verbundenen Risiken ubernehmen wurde, nicht aber
fur deren ≫Kriegstauglichkeit≪. Wenig spater wurde ein Hinweis des Auftraggebers
auf die Storanfalligkeit des Schutzenpanzers bei den Probelaufen
an der Panzertruppenschule in Munster von den Schweizern lapidar mit der
Bemerkung abgetan, dass die Truppe dann vorsichtiger mit dem Fahrzeug
umgehen solle! Franz-Josef Straus war nun am Ende mit seiner Geduld und
wollte nur noch, ≫dass moglichst etwas Brauchbares geschaffen wird≪. Die
Geschaftsfuhrung von Hispano Suiza war fur ihn als Geschaftspartner inakzeptabel
geworden. Die Anzahl der bestellten Panzer wurde in der Folgezeit
nach langwierigen Verhandlungen von anfanglich 10 680 auf nur noch
rund 2800 reduziert. Nur 1089 HS 30 wurden schlieslich in Grosbritannien
bei dem Lizenznehmer Leyland produziert, die restlichen jeweils 806 bei
Hanomag und Henschel in der Bundesrepublik
.
Die Bundesregierung versuchte, mit dem Erwerb des HS 30 unterschiedliche
Probleme auf einmal zu losen. Dadurch schuf sie jedoch neue Schwierigkeiten.
Diese zu beseitigen dauerte einige Jahre. Die fehlende Zahl Schutzenpanzer
wurde zunachst durch eine Weiterentwicklung des amerikanischen
M 59 �den M 113 �erganzt. Noch im Winter 1958 gab das BMVg bei Hanomag
und Henschel eine Studie fur den ersten originar westdeutschen Schutzenpanzer
in Auftrag. Daraufhin entwickelten verschiedene bundesdeutsche
Firmen ein vollig neues Modell den 1971 in die Bundeswehr eingefuhrten
Schutzenpanzer Marder. Die an diesem Projekt beteiligten Unternehmen
erhielten immer erst Entwicklungskosten erstattet, wenn sie die
Funktionstuchtigkeit des jeweils vorgelegten Bauteils nachweisen konnten.
Dies war eine der Lehren, die aus dem gescheiterten HS 30-Projekt gezogen
wurden. Aber nicht nur der Beschaffungsvorgang wurde grundlegend verandert,
auch die Kontrolle der Beschaffungsabteilungen wurde erheblich verbessert.
Schutzenpanzer HS 30 Ein Beschaffungsskandal?
Der Erwerb des Schutzenpanzers HS 30 beschaftigte die politische Landschaft
in der Bundesrepublik noch bis Anfang der siebziger Jahre. Nachdem dieser
Vorgang Ende der funfziger Jahre nur eine ≫Kleine Anfrage≪ der SPD-Fraktion
im Bundestag nach sich gezogen hatte, fuhrte die ohne Zweifel politisch
motivierte Pressekampagne ge-gen Franz-Josef Straus Mitte der sechziger
Jahre noch einmal dazu, dass das HS 30-Projekt in aller Breite in der
Offentlichkeit aufgerollt wurde. Bernt Engelmann, Rudolf Augstein und verschiedene
andere Journalisten uberregionaler Zeitungen untersuchten die
Ereignisse aus der Aufbauphase der Bundeswehr so intensiv, dass sich der
Bundestag veranlasst sah, zu dieser Thematik im April 1967 einen Untersuchungsausschuss
einzusetzen. Die Spekulationen uber den Ablauf
der Beschaffung wurden von Tag zu Tag umfangreicher und abenteuerlicher.
Neben glaubwurdigen und un-bescholtenen Zeugen meldeten sich
Scharlatane und Geltungssuchtige zu Wort, die es fur den Ausschuss immer
schwieriger machten, die tatsachlichen Vorgange herauszufiltern. Hauptzielscheibe
dieses angeblichen Skandals wurde nun die ≫Grose Koalition≪
des amtierenden Bundeskanzlers Kurt Georg Kiesinger (CDU) und hier besonders
Franz-Josef Straus, der mittlerweile das Finanzressort leitete. Einige
Journalisten warfen Straus unverhohlen vor, sich an der HS 30-Beschaffung
bereichert zu haben. Dass dies nicht der Wahrheit entsprach, belegen neueste
Forschungsergebnisse. Im Zusammenhang mit der Beschaffung des
Schutzenpanzers HS 30 kann man ihm hochstens den Vorwurf machen,
dass er nicht gleich nach Amtsbeginn als Verteidigungsminister den Auftrag
storniert hat. Zu diesem Zeitpunkt waren die Probleme aber noch nicht
abzusehen, die dieser Beschaffungsvorgang mit sich brachte. Straus ist es letztlich
gewesen, der die betrugerischen Machenschaften der Hispano Suiza
soweit wie moglich eingeschrankt hat und die Beschaffung des HS 30 auf ein
Minimum reduzieren konnte.

n Dieter H. Kollmer
Literaturtipp:
Dieter H. Kollmer, Rustungsguterbeschaffung
in der Aufbauphase der Bundeswehr
verdeutlicht am Bespiel der Beschaffung des
Schutzenpanzers HS 30,
Stuttgart 2002 (= Beitrage zur Wirtschafts-
und Sozialgeschichte, 93)
4
Schutzenpanzer M-59
BWB WTS
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コメント
この記事へのコメント
googleの英独翻訳を試みましたが
やってみたんですがどうも調子が悪くエントリー内は独文のままでした。二重孤児の話に出てくるドイツの兵員装甲車のドイツ人による話なので内容をざっと見たかったのです。
 2chの廃墟スレでやってみようかな。

日本語から英語はある程度できてますね。そこらが問題なのかも。
2004/12/10 (金) 10:43:16 | URL | 太郎 #-[ 編集]
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